Positive Impulse

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Die aktuelle Wirtschaftssituation in Österreich ist alles andere als rosig. Auch in Wien ist die Zahl der als arbeitslos vorgemerkten Personen im Vergleich zum Vorjahr um 10,8 Prozent gestiegen. Laut AMS Wien hat jeder zweite Arbeitssuchende in Wien maximal einen Pflichtschulabschluss. Mit fast 56.000 Betroffenen bilden sie die größte Bildungsgruppe – und sie ist im Vergleich zu 2023 um etwa zehn Prozent größer geworden. „Für sie ist das Risiko, arbeitslos zu werden und auch zu bleiben, dreimal so hoch wie für einen Menschen mit Lehrabschluss“, sagt AMS-Wien-Chef Winfried Göschl. Das AMS Wien macht daher allen Menschen, die höchstens Pflichtschulabschluss haben, ein Angebot, eine höhere Ausbildung abzuschließen. Laut Göschl sei das essenziell für einen Job, von dem man leben und in dem man sich entwickeln kann.

Nach wichtigen Branchen betrachtet, ist die Arbeitslosigkeit im Oktober im Einzelhandel um 10,7 Prozent gestiegen, im Bau um 5,8 Prozent, in der Warenproduktion um 14,4 Prozent und in Hotellerie und Gastronomie um 13,7 Prozent. Angesichts dieser Entwicklung fordert Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke mehr Ressourcen für aktive Arbeitsmarktpolitik. „Wir sehen einmal mehr, wie eng Beschäftigung und Qualifikation zusammenhängen. Die beste Versicherung gegen Arbeitslosigkeit ist und bleibt eine gute Ausbildung”, betont Hanke.

Trotz der steigenden Arbeitslosigkeit sieht Hanke aber auch durchaus positive Impulse. So habe Wien im September mit 932.276 Personen einen neuen absoluten Rekordwert bei den unselbständig Beschäftigten verzeichnet, das sind um 1,3 Prozent mehr als im September 2023. Das Beschäftigungswachstum in Wien geht vor allem auf die öffentliche Verwaltung, das Gesundheits- und Sozialwesen und den Bereich Erziehung und Unterricht zurück. Das Beschäftigungswachstum in Wien sei ein Lichtblick in dieser schwierigen Wirtschaftslage. Gleichzeitig weist der Stadtrat auf die Angebote des waff zur beruflichen Weiterentwicklung hin: „Gerade, weil der Wirtschaftsmotor stottert, ist es für die Beschäftigten wichtig, die Unterstützungen des waff in Anspruch zu nehmen, um am Arbeitsmarkt up to date zu bleiben.”

Das Beratungszentrum für Beruf und Weiterbildung bietet Informationen, kostenlose Beratung und von 300 Euro bis zu 5.000 Euro für Aus- und Weiterbildungen, um etwa einen Lehrabschluss nachzuholen. Frauen, die sich beruflich verändern wollen, steht ein eigenes Programm zur Verfügung. Und auch für den Wiedereinstieg in den Beruf nach der Karenz gibt es Unterstützungsmöglichkeiten. Der waff ermutigt beschäftigte Wiener:innen in die eigenen Qualifikationen zu investieren, denn das stärkt das Standing am Arbeitsmarkt und fördert so das Weiterkommen im Beruf.

Besonders in Branchen mit Fachkräftebedarf wie etwa Pflege, Pädagogik und IT bietet der waff für arbeitssuchende Berufsumsteiger:innen mit dem AMS Wien das Programm Jobs Plus Ausbildung, das kostenlose Ausbildung mit einer Einstellzusage verbindet. Bei Ausbildungen von über zwölf Monaten oder länger gibt es insgesamt mindestens 1.400 Euro monatlich. Die Absolvent:innen können so langfristig am Arbeitsmarkt Fuß fassen. Aktuell bietet der waff Einstiegsmöglichkeiten in den Bereichen Gesundheit, Pflege, Soziales, Pädagogik, IT, Handwerk und Technik sowie im Handel. Und für über 50-Jährige, die schon ein Jahr oder länger auf Arbeitssuche sind, erhält ein Unternehmen über die Joboffensive 50+ von waff und AMS Wien vier Monate die vollen Lohnkosten und vier Monate zwei Drittel der Lohnkosten gefördert.