Die Zukunft der Arbeit

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Österreichs Arbeitnehmende sind grundsätzlich mit ihren aktuellen Arbeitsbedingungen zufrieden, bei flexiblen Arbeitsmodellen ist in heimischen Betrieben allerdings noch viel Luft nach oben.

Fast 70 % der Arbeitnehmer:innen sind im Großen und Ganzen zufrieden mit ihren aktuellen Arbeitsbedingungen. Das geht aus der neuen kununu Arbeitsmarktstudie 2024 hervor. Für die repräsentative Studie hat das Marktforschungsinstitut Marketagent im Auftrag der Arbeitgeber-Vergleichsplattform 3.119 Beschäftigte in Österreich zu aktuellen Trends und Herausforderungen am Arbeitsmarkt befragt. Zu den Top-5 der Arbeitgeberfaktoren, mit denen die heimischen Beschäftigten am meisten zufrieden sind, zählen Arbeitsplatzsicherheit (75 % Zufriedenheit), Arbeitsklima (73 %), Arbeitszeiten (72 %), die Arbeitsaufgaben (71 %) sowie die Arbeitsflexibilität (65 %). Am unzufriedensten sind die Befragten mit der Bezahlung (nur 58 % Zufriedenheit), der Führungskultur (53 %) und auch bei Karrierechancen sehen die Menschen in Österreich viel Luft nach oben (48 %).

Flexibilität hat bei den Wünschen an den Arbeitsplatz der Zukunft einen hohen Stellenwert. Mehr Flexibilität bringt größere Freiheiten bei der Arbeitszeitgestaltung, eine höhere Arbeitszufriedenheit und eine gesteigerte Produktivität, sagen Beschäftigte. Derzeit bieten Unternehmen in Österreich verschiedene Modelle zur Arbeitszeitflexibilisierung, wie Teilzeit (49 %) und Gleitzeit (44 %), an. Neuere Arbeitsmodelle, wie Home-Office (39 %), Vertrauensarbeitszeit (15 %), Sabbaticals (12 %) und Remote Work (11 %), bei dem der Arbeitsort vom Kaffeehaus bis zum Co-Working-Space reichen kann, stehen jedoch deutlich weniger zur Verfügung. Besonders auffällig ist die Ungleichheit bei der Verfügbarkeit von Home-Office zwischen den Geschlechtern: Während 42 % der Männer die Möglichkeit haben, von zu Hause aus zu arbeiten, sind es bei Frauen nur 36 %.

Auch die Möglichkeiten, den Anteil der Arbeitszeit im Home-Office oder im Remote Work zu verbringen ist unterschiedlich. Nur 6 % können vollständig im Home-Office oder remote arbeiten, weitere 6 % bis zu 75 % ihrer Arbeitszeit. Etwa 12 % der Befragten können bis zu 50 % ihrer Arbeitszeit im Home-Office verbringen. Bei 11 % der Befragten sind es maximal 25 % ihrer Arbeitszeit. Zudem geben 12 % an, nur gelegentlich im Home-Office zu arbeiten zu können. Zudem zeigen die Ergebnisse der Studie eine deutliche Kluft zwischen den Wünschen der Beschäftigten und der tatsächlichen Verfügbarkeit von ortsunabhängigem Arbeiten: Obwohl Home-Office und Remote Work deutlich weniger Beschäftigten zur Verfügung steht, ist für 60 % der Befragten Home-Office sehr oder eher wichtig, während 40 % Remote Work als bedeutsam bewerten.

Flexibilität fördert Zufriedenheit

Die Vorteile von einer höheren Arbeitsflexibilität liegen für die Arbeitnehmer:innen auf der Hand: Zwei Drittel sind der Meinung, flexible Arbeitsmodelle bieten mehr Freiheit, die Arbeitszeiten selbst zu gestalten (66 %). Für 64 % erhöhen flexible Arbeitsmodelle die Arbeitszufriedenheit. Für fast genauso viele (63 %) wird durch eine hohe Flexibilität die persönliche Work-Life-Balance verbessert. 60 % fühlen sich durch solche Modelle besser in der Lage, ihre Aufgaben selbstständig zu organisieren – und fühlen sich auch produktiver (58 %). 44 % der Befragten wünschen sich sogar explizit mehr Flexibilität bzw. Möglichkeiten im Home-Office zu arbeiten.

„Hier zeigt sich deutlich, dass die Wünsche der Arbeitnehmer:innen in Österreich und die Realität in vielen Unternehmen stark auseinanderklaffen. Gerade im Hinblick auf den Fachkräftemangel ist es entscheidend, eine Unternehmenskultur zu fördern, die mehr Flexibilität bietet und auf die Bedürfnisse der Mitarbeitenden eingeht. Das steigert nicht nur die Zufriedenheit und Motivation ihrer Mitarbeitenden, sondern fördert auch die Produktivität und den Unternehmenserfolg“, sagt kununu-CEO Nina Zimmermann. „Nicht zuletzt wirkt sich eine positive Unternehmenskultur auf die Reputation eines Unternehmens und damit auch auf die Attraktivität für potenzielle Bewerberinnen und Bewerber aus.”

Was müssten generell Arbeitgeber:innen ändern, um die Arbeitsbedingungen für ihre Beschäftigten zu verbessern? Wieder führt der Wunsch nach mehr Gehalt das Ranking der Arbeitnehmer:innen an (53 %). Steuerliche Erleichterungen wünschen sich 49 %. An dritter Stelle steht bereits der Wunsch nach einer höheren Flexibilität bei der Arbeitszeitgestaltung (32 %). Diese wünschen sich Frauen öfter als Männer (36 % Frauen vs. 28 % Männer). Die Menschen in Österreich haben auch ein klares Bild von ihrer idealen Arbeitsplatzgestaltung in den nächsten ein bis zwei Jahren: Auf Platz eins steht der Wunsch nach einer flexiblen Arbeitsplatzwahl je nach Bedarf (27 %). Platz zwei belegt die Variante „Hybrid mit Fokus auf Büroarbeit“ (23 %) und Platz drei „Hybrid mit Fokus auf Home-Office bzw. Remote“ (17 %). Vollzeit im Büro oder Vollzeit im Home-Office oder remote zu sein ist für die Befragten am wenigsten attraktiv.

„Die Ergebnisse unserer Studie zeigen, dass die Arbeitswelt bereits mitten im Wandel ist und Flexibilität längst einen zentralen Wunsch der Beschäftigten darstellt. Doch viele Unternehmen halten noch an alten Strukturen fest. Jetzt braucht es den Mut, diese aufzubrechen und echte Flexibilität zu ermöglichen – im Interesse der Beschäftigten und des langfristigen Unternehmenserfolgs“, resümiert Nina Zimmermann.