Der schwebende Koch

Peter Lammer © Sitworx

Peter Lammer stand nach einem schweren Motorradunfall und langer Reha vor dem beruflichen Aus. Doch dem Salzburger Koch ist es gelungen, sich wieder zurück an den Herd zu kämpfen. Gemeinsam mit Bernhard Tichy hat er eine Schwebeschaukel für die Arbeit in der Küche entwickelt. Die Erfindung „Standing Ovations“ ist mittlerweile zum Patent angemeldet. Das Hilfsmittel könnte auch anderen Menschen, die ihre Beine nur eingeschränkt belasten dürfen, ein Stück Selbstbestimmung und Lebensfreude zurückgeben.

Wie wichtig es für Menschen mit Behinderung ist, selbst die Initiative zu ergreifen lebt Peter Lammer vor. Der Küchenchef hat sich in seinem Lokal „Johanneskeller“ einen Arbeitsplatz geschaffen, der genau auf seine Bedürfnisse zugeschnitten ist. Vor acht Jahren zog sich der Salzburger Gastronom bei einem Motorradunfall schwerste Verletzungen an beiden Beinen zu. „Ich habe zahlreiche Operationen hinter mir und war über 600 Tage im Krankenstand – die Hälfte davon stationär”, sagt Lammer. Seinen Job in der Küche konnte er nach dem Unfall nur mehr mit großer Mühe und dem Einsatz von starken Schmerzmitteln erfüllen. „Das AMS hat mir eine Umschulung angeboten – aber in meinem Alter – ich bin schon über fünfzig – kam das für mich überhaupt nicht in Frage. Außerdem liebe ich meinen Job als Koch und ich kann mir nicht vorstellen, etwas anderes zu machen“, erzählt der Salzburger.

Arbeiten ohne Schmerzen

Weil die üblichen orthopädischen Hilfen – wie etwa Krücken – bei der Arbeit in der Küche nicht hilfreich sind, „ich brauche ja die Hände frei, habe ich gemeinsam mit Bernhard Tichy, einem Freund mit Erfahrungen im Bau von Seilrutschen, eine Schwebeschaukel für die Küche entwickelt. „Ich kann jetzt sogar schwere Töpfe heben und komme ohne Schmerzmittel aus“, sagt Lammer. Der Prototyp des innovativen Arbeitsbehelfs heißt „Standing Ovation“ und ist bereits zum internationalen Patent angemeldet. Peter Lammers „Johanneskeller“ ist aber auch darüber hinaus ein inklusiver Betrieb: „Aktuell beschäftigen wir zum Beispiel Mitarbeiter mit Lernschwierigkeiten. Inklusion ist uns seit je sehr wichtig. Und wir sind sehr zufrieden mit unseren Leuten“, so Lammer.