Eine Frage der Gerechtigkeit

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In Österreich fällt der Equal Pay Day 2019 auf den 26. Februar. Grund zum Jubeln gibt es auch heuer nicht. Immer noch verdienen Frauen hierzulande um 15,6 Prozent weniger als Männer. Die Einkommensschere zwischen Männern und Frauen in Österreich schließt sich nur langsam: 2018 fiel der Equal Pay Day auf den 27. Februar, in diesem Jahr ist er einen Tag früher. Bis zu diesem Datum – also ganze 57 Tage – arbeiten ganzjährig vollzeitbeschäftigte Frauen 2019 unbezahlt, um denselben Lohn wie Männer zu erhalten. Berechnet wird der Equal Pay Day in Österreich von den Business and Professional Women Austria (BPW), als Grundlage dienen die Daten der Statistik Austria zu den Median-Bruttojahreseinkommen der ganzjährig Vollzeitbeschäftigten (ohne Lehrlinge).

„Wir haben die internationale Initiative des Equal Pay Days 2009 nach Österreich geholt. In diesen zehn Jahren ist der Equal Pay Day vom 14. April vor auf den 26. Februar gewandert – das ist eindeutig zu wenig. Wir können die Lohndiskriminierung von Frauen nicht einfach hinnehmen”“, sagt Christa Kirchmair, Equal Pay Day-Beauftragte der BPW Austria. Für den Gender Pay Gap existieren verschiedene Berechnungsarten, klar ist, dass ein Teil der Lohnunterschiede nicht durch Faktoren wie Alter, Ausbildungsgrad oder Branche erklärbar ist – und somit auf geschlechtsspezifische Diskriminierung zurückgeführt werden muss. Innerhalb der EU zählt Österreich zu den Schlusslichtern.

„Hier zeigen sich deutlich die Versäumnisse der Politik – etwa bei der Einkommenstransparenz. Um die Lohnschere zu schließen, braucht es aber auch ein gesellschaftliches Umdenken und einen Kulturwandel in den Unternehmen. Die faire Bezahlung von Frauen ist nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit, Unternehmen können von der Gleichstellung von Frauen in der Arbeitswelt nur profitieren”“, so Christa Kirchmair.