Lesen unterm Baum

Pexels Enginakyurt

Bücher zu verschenken ist immer eine gute Idee. Die Redaktion des Access Guide Magazins hat Lektüretipps für die kommenden Feiertage und den Jahreswechsel zusammengestellt.

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Debütroman

Ein Land, das es nicht mehr gibt. „Was hat uns das neue Leben gekostet? Meinen Vater seine Stimme, meine Mutter ihre Lebendigkeit. Und mich?“ schreibt Toxische Pommes in ihrem Debütroman „Ein schönes Ausländerkind“. Darin erzählt sie die Geschichte einer Familie, die vor dem Krieg in Jugoslawien in ein Einwanderungsland flüchtet, das keines sein möchte. Ein zentrales Thema dabei ist die Beziehung zwischen einer Tochter, deren einziger Lebenssinn darin besteht, die perfekte Migrantin zu werden, und ihrem Vater, der sich bei dem Versuch, ihr das zu ermöglichen, selbst verliert. Der Roman ist heuer im Verlag Zsolnay erschienen. Toxische Pommes heißt im wahren Leben Irina und arbeitet als Juristin in Wien. Sie hat Hunderttausende Follower auf TikTok und Instagram und spielt ihr Kabarettprogramm „Ketchup, Mayo & Ajvar – Die sieben Todsünden des Ausländers“ vor ausverkauften Häusern in Österreich und Deutschland.

die Schönheit der Tag und Nachtfalter

Mensch trifft Natur

Kleine Meisterwerke. Blau schillernde Käfer, pelzige Nachtfalter, mutige Heuschrecken und flirrende Libellen sind die Held:innen von Barbara Frischmuths neuen Erzählungen. Bei genauerer Betrachtung geht es der Autorin nicht nur um sorgfältig beobachtete Insekten: Es geht um fein gezeichnete Symbiosen von Mensch und Natur, um seltene Mischwesen zwischen Mädchen und Käfer, um sprechende Libellen oder um das, was wir uns von den schlauen Heuschrecken abschauen können. Mit liebevollem Humor zeigen uns diese Geschichten, wie sehr wir Menschen Teil der Natur sind. Denn, so wird die Gärtnerin und Dichterin Barbara Frischmuth niemals müde zu betonen: Nur in einem Zusammenleben mit der Natur, das von Respekt und Achtsamkeit geprägt ist, haben wir alle eine Überlebenschance. Barbara Frischmuth geboren 1941 in Altaussee, studierte Türkisch, Ungarisch und Orientalistik und ist seitdem freie Schriftstellerin. Die mehrfach ausgezeichnete Autorin lebt seit 1999 wieder in Altaussee. Zu ihren größten Erfolgen zählen die Romane „Die Klosterschule“ (1968), „Die Mystifikationen der Sophie Silber“ (1976) oder „Kai und die Liebe zu den Modellen“ (1979), aber auch ihre zahlreichen Gartenbücher. Zuletzt im Residenz Verlag erschienen: „Natur und die Versuche, ihr mit Sprache beizukommen“ (2021)„Schaufel, Rechen, Gartenschere“ in der Reihe „Dinge des Lebens“ (2023) und „Die Schönheit der Tag- und Nachtfalter“ (2025).

Wenn ich nicht Urlaub mache ...

Auszeit nehmen

Leben im Zerrspiegel. Giulia Becker ist die Königin des Grotesken, des Überdrehten. In ihrem zweiten Buch „Wenn ich nicht Urlaub mache, macht es jemand anderes“ strickt sie einen ganzen Kosmos aus kleinen Alltagsbeobachtungen. Ein Urlaub im Wellnesshotel, die Therapieplatzsuche in Deutschland, als Detektivin in Aktion – Giulia Beckers Geschichten beginnen harmlos und nehmen dann die unerwartetsten Wendungen. Sie erzählt die ganze Wahrheit über Katzen und Gitarren und schreibt das einzig gültige Horoskop. Becker entlarvt in ihren Texten unsere täglichen Herausforderungen als das, was sie sind: eine Aneinanderreihung von Absurditäten, die in ihrer Summe vor allem urkomisch sind. Verlag Rowohlt. Giulia Becker, geboren 1991, lebt in der Nähe von Köln. Zusammen mit Autor Chris Sommer ist sie Host des erfolgreichen Podcasts Drinnies, der seit 2021 drei Mal mit dem Deutschen Podcast Preis ausgezeichnet wurde. Sie arbeitete unter anderem im Autor:innenteam von Jan Böhmermann, als Drehbuchautorin für die ZDF-Sitcom Ruby und ist regelmäßig mit ihren eigenen Sketchen in der Carolin-Kebekus-Show zu sehen. 2019 erschien ihr Roman Das Leben ist eins der Härtesten, für den sie mit dem Debütpreis der lit.Cologne ausgezeichnet wurde.

schreib den namen deiner mutter isbn 978 3 492 07271 7 1

Bericht aus der Provinz

Hart und verletzlich. Alex schreibt an einem Essay. Und kommt nicht voran. Das Thema: Worüber meine Mutter und ich nicht sprechen. Ein Besuch in der glamourös kaputten Provinzvilla der überreizten Mutter soll weiterhelfen, doch er zeigt nur: Sie sprechen gar nicht miteinander. Nicht über Alex’ Queerness, nicht über die Antidepressiva, die sie offensichtlich beide nehmen, nicht über die Traumata der Familie. Als die Mutter Alex beim Schützenfest (versehentlich!) anschießt, ist klar, dass nicht nur die Arbeit am Essay gescheitert ist. Evan Tepest lebt als Autor in Berlin. Im Februar 2024 erschien sein erster Roman „Schreib den Namen deiner Mutter“ im Piper Verlag. 2023 erschien der Essayband Power Bottom. Seine Texte sind außerdem in Anthologien und Zeitschriften erschienen, zuletzt in Delfi. Zeitschriftfür neue Literatur. Tepest ist Kolumnist für das Missy Magazine und ist im Wintersemester 24/25 Dozent für Essayistik am Deutschen Literaturinstitut Leipzig.