Hamstern und Fürchten

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Momentan arbeitet die Redaktion des Access Guide Magazins vom Home Office aus. In der ersten Woche der Ausgangssperre starteten wir das Projekt „Logbuch C“, in dem wir aus unserem Alltag daheim berichten. Zum Auftakt beschreibt Sylvia, wie sie die erste Zeit des Lockdowns erlebt hat: „Nach den vergangenen Tagen, vielen Gesprächen und einem Hin und Her Switchen zwischen Standard Liveticker und dem ORF Live Stream, war mir nicht ganz klar wie mein erster Tag im Home Office konkret ausschauen würde. Denn mit meinem Arzttermin um 9 Uhr gehörte ich zu der Gruppe der „Auserwählten“, die rechtskonform nach draußen durfte.

Mir war allerdings nicht ganz klar, wie die Welt am ersten Tag der Ausgangssperre wegen des neuen CONVID-19-Gesetzes wirklich aussehen wird. Umso mehr verwunderte es mich, als ich dann noch mehr Leute auf den Straßen sah, als ich vermutet hätte. Was sich aber recht schnell mit meiner umliegenden Infrastruktur und den vielen Geschäften erklären ließ. Auch die Fahrt mit der Straßenbahn ließ mich immer mehr an Sonntage denken, nur eben mit offenen Geschäfte. Das Schmunzeln konnte ich mir beim Anblick einer Person mit einer Packung Klopapier nicht ganz verdrücken – es gibt also wieder Nachschub!

Ich selbst war am Freitag vor der Ausgangssperre wirklich schockiert über die Situation in den Supermärkten gewesen – leere Regale und das hemmungslose Stürmen auf neu ankommende Waren. Ich hatte zwar von den Hamsterkäufen gehört, aber live im Geschehen zu sein, war dann doch ein sehr komisches Gefühl. Es gab keine Konserven, keine Haltbarmilch, kein Mineralwasser und keine Chips. Es schien, als würden sich die Leute auf das Ende der Welt vorbereiten. Diese Stimmung wurde von einzelnen Menschen mit Latex Handschuhen und Mundschutz noch weiter geschärft.

Ich fand das ganze mehr als skurril und übertrieben. Da es einfach keinen Bedarf an dieser Panikmache gab und somit verstand ich umso mehr, warum viele Leute Angst haben oder bekommen – solche Szenen sind wirklich verunsichernd und verursachen umso mehr irrationale Ängste. Da schaut die Welt in den eigenen Vier Wänden schon anders aus. Auch bei mir ist Home Office angesagt. Mit Jogginghose gerüstet, wird mein Wohnzimmer für die nächste Zeit mein Büro werden. Das ist auch eine perfekte Möglichkeit, daneben meinen immer größer werdenden Turm an Schmutzwäsche zu beseitigen. Zwischen To-Do Liste schreiben und Mails abarbeiten, gibt’s Update Telefonate mit Freunden und Familie. Die Stimmung ist durchwachsen. Zwischen Gartenarbeiten, Familienstreits, gewohntem Zocken am Computer bis zu schnaufenden SchülerInnen mit immensen Arbeitspensum ist fast alles dabei. Bei mir hat sich zumindest das Nachmittagsschläfchen wieder eingebürgert“ .