Darüber reden

John Ioannidis Pixabay

Gesamtgesellschaftliche Krisensituationen wie die COVID-19-Pandemie, Überarbeitung, persönliche Verluste aber auch Verlustängste verursachen großen Druck auf die Psyche jedes Menschen – Depressionen, Burnout und psychosoziale Erkrankungen sind häufig die Folge davon. Sich das einzugestehen und Hilfe in Anspruch zu nehmen, wird aber oft als Schwäche ausgelegt und fällt den Betroffenen daher häufig schwer. Mit einer neuen Public Awareness-Kampagne möchte der Verein ganznormal.at diesen Unterstützungsbedarf entstigmatisieren und mehr Bewusstsein für rechtzeitige Prävention schaffen. Vorgestellt wurde die neue Kampagne Anfang November.

„In unserer Leistungsgesellschaft sind Erwartungen und Druck auf die Menschen häufig groß, Überarbeitung, Existenzängste und Depressionen sind häufig die Folge davon. Die aktuelle Pandemie verschärft diese Phänomene zusätzlich. Einer kürzlich in der medizinischen Fachzeitschrift „The Lancet“ veröffentlichen Studie zufolge litten im Jahr 2020 weltweit mehr als 100 Mio. Menschen an Angstzuständen oder Depressionen als das ohne Pandemie der Fall gewesen wäre. Umso wichtiger sind daher eine gesellschaftliche Akzeptanz und Anerkennung dieser Krankheitsbilder, damit Betroffenen besser geholfen werden kann. Das wollen wir mit der neuen Kampagne unterstützen.“, erläutert Julian Jäger, neuer Vorsitzender von ganznormal.at.

 „Angstzustände, Depression – kann ich mir nicht leisten.“

ganznormal.at Foto Unique Fessler

Die neue Kampagne wurde von Unique Fessler umgesetzt

Mit der neuen Kampagne möchte die Plattform ganznormal.at auf das weitverbreitete Phänomen psychosozialer Krankheiten hinweisen und den Bedarf an Hilfe und Unterstützung entstigmatisieren. Zwei unterschiedliche Sujets zeigen Menschen, die sich mittels Wäscheklammern ein (erzwungenes) Lächeln ins Gesicht heften – so wie viele von Depressionen Betroffene, die unter dem Druck, in jeder Lebenslage immer funktionieren zu müssen, eine Fassade aufrechterhalten, um ihre Sorgen und Ängste zu verbergen. Konzipiert wurde die Kampagne von der Agentur UniqueFessler. Zu sehen sind die Sujets ab Anfang November 2021 auf Plakaten in Wien, Infoscreens in allen Landeshauptstädten und dem TV-Sender W24. Darüber hinaus werden Anzeigen in einer Reihe von ausgewählten Medientiteln geschaltet werden. Neuer Vorsitzender des Vereins ganznormal.at ist seit Oktober 2021 Julian Jäger, Vorstand der Flughafen Wien AG. Weiters setzt sich der Verein aus führenden Experten aus den Bereichen Gesundheit, Wirtschaft und Kultur zusammen. Unterstützung erhält der Verein auch von namhaften Persönlichkeiten aus den Bereichen Wirtschaft, Gesundheit, Gesellschaft und Kultur an Bord, wie auch von Unternehmen und Unternehmen wie der  Wien Holding, der Wiener Städtische Versicherung, der Wiener Ärztekammer und anderen. ganznormal.at ist ein unabhängiger, gemeinnütziger Verein, der seit 2011 das Ziel verfolgt, die öffentliche Diskussion über seelische und psychosoziale Erkrankungen zu fördern, um „ganz normal“ darüber zu reden. Die Intention ist dabei, eine öffentliche Diskussion in Gang zu bringen und so eine Basis für einen ganz normalen Umgang mit diesem Thema zu schaffen. Damit sollen psychische Erkrankungen enttabuisiert und entstigmatisiert werden. So soll es Betroffenen leichter fallen, ihre Beschwerden anzunehmen und Hilfe in Anspruch zu nehmen. Unter www.ganznormal.at finden Interessierte umfassende Informationen und Kontaktmöglichkeiten zu Beratungs- und Unterstützungseinrichtungen im Bereich psychosoziale Krankheiten. Die aktuelle Kampagne wurde für die Verbreitung in TV, Infoscreen, Plakat, Anzeigen und Online umgesetzt.