Tanzen gegen den Tick

Dominik Vaida ist es gelungen sein Tourette-Syndrom durch Ballett zu überwinden. Seine Mutter Admira hat über die unglaubliche Geschichte seiner Genesung ein Buch geschrieben. Als Dominik 5 Jahre alt war, fiel seiner Mutter auf, dass er manchmal den Mund aufriss und seine Zunge herausstreckte. Erst dachte sie, er mache das absichtlich und ermahnte ihn. Das bewirkte nur, dass der Bub heimlich grimassierte und sich die Symptome weiter verstärkten. Tiergeräusche kamen dazu, etwa die eines Pferdes, und diverse Zwänge. Er musste beim Spazierengehen manchmal unbedingt drei Schritte zurück gehen und einmal hüpfen, ehe er wieder weiter konnte, er musste unbedingt einmal ums Haus laufen, ehe er die Wohnung betreten konnte, oder er musste unbedingt fremde Menschen in der Straßenbahn berühren. Als Admira Vaida vor 15 Jahren schließlich einen Arzt konsulitierte, stieß sie auf Unverständnis. Während der Untersuchung zeigte Dominik nämlich keinerlei Auffälligkeiten und der Arzt schickte sie wieder weg. Erst zwei Jahre später folgte, nach einer Untersuchung im Wiener AKH, die Diagnose: Tourette-Syndrom. Admira Vaida war mit der schulmedizinischen Behandlung ihres Buben aber von Anfang an unzufrieden. Die verschriebenen Psychopharmaka verursachten ihm Kopfschmerzen und verstopften seine Nase und die Blutdrucksenker schwächten zwar seine Ticks, aber auch ihn insgesamt. Zudem dienten alle Behandlungen nur der Linderung der Symptome, nicht der Heilung. „Da muss es noch etwas anderes geben”, dachte Admira Vaida, die den Kampf ihres Sohnes gegen das Tourette-Syndrom in ihrem Buch „Tick” erzählt. Frau Vaida hörte, dass bei einem anderen Patienten mit Tourette-Syndrom Klavierspielen geholfen hatte und so nahm auch Dominik Klavierstunden, was tatsächlich eine Besserung brachte.

Doch Dominik verfolgte andere Pläne. Schon als Kind hatte er bemerkt, dass die Ticks nachließen, wenn er tanzte. Als seine Mutter mit ihm zur Aufnahmeprüfung für Ballett an der Wiener Staatsoper ging, schaffte Dominik den Test mit Bravour. „Solche wie er sind die Zukunft der Staatsoper”, sagte die Leiterin der Ballettschule damals. Danach geschah ein Wunder nach dem anderen. „Die Bewegung beim Ballett vernetzt die Gehirnhälften besser miteinander und die schiere körperliche Anstrengung tat ein Übriges”, sagt Admira Vaida. Die Symptome gingen zurück, und für Notfälle hatte er gelernt, sie zu verbergen. Inzwischen sind Dominik die Ticks kaum noch anzumerken. Manchmal zuckt noch sein Gesicht und ab und zu zieht er unwillkürlich die Augenbrauen hoch, doch wer sein Schicksal nicht kennt, dem fällt das nicht weiter auf. Admira Vaidas Buch „Tick – ist eine berührende und motivierende Geschichte darüber, wie jemand, der dafür kämpft, alles erreichen und seinen großen Traum erfüllen kann.

Das Buch „Tick“ von Admira Vaida gibt es hier zu bestellen.