Freunde auf vier Pfoten

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Haustiere füllen oft eine Lücke in unserem Leben. Sie ersetzen fehlende Emotionalität und werden zu treuen Begleitern im Alltag. Das gilt ganz besonders für Hunde. Sie begegnen uns vorurteilsfrei und sind absolut loyal. Die Wissenschaft nennt das den Aschenbrödel-Effekt. Egal ob man dick, dünn, krank oder gesund ist: Die Vierbeiner sehen nur, wie man sich ihnen gegenüber verhält. Und das tut gut. „Wenn ich nach einem anstrengenden Arbeitstag nach Hause komme, dann weiß ich bereits an der Haustüre, dass mich gleich mein Hund mit großer Freude begrüßen wird. Das lässt den Stress des Tages von mir abfallen und bringt mich zum Lächeln“, beschreibt die 29-jährige Lisa. Das bestätigt auch die 78-jährige Ingrid: „Mein Hund ist schon seit 13 Jahren ein treuer Begleiter. Er gibt meinem Leben Struktur. Dank ihm bin ich drei Mal am Tag im Freien unterwegs. Mit ihm treffe ich in der Hundezone auch regelmäßig andere Hundebesitzer, von denen einige zu richtigen Freunden geworden sind.“

Laut Statistik Austria gibt es in Österreich mehr als 3 Millionen Haustiere, die Hälfte davon sind Katzen. Hunde liegen mit einer geschätzten Zahl von 600 000 auf Platz Zwei der Beliebtheitsskala. Die 38-jährige Michaela hat beides: „Mein Hund bringt viel Action in mein Leben. Die Katzen hingegen haben eine beruhigende Wirkung. Mit ihnen den Abend auf der Couch ausklingen zu lassen ist fast zu einem täglichen Ritual geworden.“

Wer sich auch ein Haustier zulegen möchte, ist gut beraten, sich im Vorfeld  über dessen Ansprüche und Bedürfnisse zu informieren. Auf der Website des Sozialministeriums gibt es dazu eine hilfreiche Checkliste. Der Kauf eines Hundes sollte niemals unüberlegt geschehen, denn mit einem Hund erwirbt man einen treuen Freund und ein Familienmitglied für viele Jahre.

Enge Beziehungen

„Gerade mit Hunden funktioniert die Kommunikation und generell das Zusammenleben so gut, weil Mensch und Hund evolutionsbiologisch sehr viel verbindet“, schreibt Kurt Kotrschal in seinem Buch „Hund & Mensch“. Der Verhaltensforscher und Biologe spürt der außergewöhnlichen Partnerschaft zwischen Mensch und Hund schon seit vielen Jahren nach. Auf wissenschaftlicher Basis belegt er, warum Menschen Hunde brauchen, um ganz Mensch zu sein. „Der Mensch ist ein soziales Wesen und kann auf Dauer nicht ohne Kontakte und Interaktion leben. Aber in unserer heutigen, modernen Welt kommt es durch Digitalisierung oder Urbanisierung immer mehr zu Vereinsamung“, sagt der Wissenschaftler. Hunde werden parallel zur sozialen Vereinzelung immer mehr zu wichtigen Sozialgefährten. Das gilt für jede Altersgruppe: „Kinder, die mit Hunden aufwachsen, profitieren massiv in ihrer körperlichen, emotionalen und sozialen Entwicklung. Hundehalter sind glücklicher, gesünder und emotional stabiler. Und Hunde schützen uns auch vor Altersdepression und Vereinsamung“, weiß Kotrschal.

Tiere sind die besseren Therapeuten

Sigmund Freud wusste ebenfalls schon um die positive Wirkung von Vierbeinern. Zu besonders schwierigen Patienten nahm der Begründer der Psychoanalyse meist seinen Hunde mit in die Praxis. Tiere können als „Eisbrecher“ dienen, neue Kontakte fördern und die zwischenmenschliche Kommunikation verbessern. Die Wissenschaft beschreibt Tiere als „soziale Katalysatoren“. Darauf basiert auch die tiergestützte Therapie, die in den 1960er- und 1970er-Jahren von Boris Levinson eingeführt wurde. Der amerikanische Kinderpsychotherapeut war der Erste, der anderen Fachkräften für psychisch Kranke den Einsatz von „haarigen Ko-Therapeuten“ empfahl. Gerade im Kindesalter kann das Zusammenleben mit einem Haustier auf viele Bereiche des Reifungsprozesses einen positiven Einfluss haben. So begünstigt es etwa die soziale, geistige und körperliche Entwicklung. Eine Studie am Institut für Psychologie der Universität Wien kommt sogar zu dem Ergebnis, dass Kinder, die mit Tieren aufwachsen, es besser lernen Körpersprache zu deuten und bei nonverbaler Kommunikation Altersgenossen eindeutig im Vorteil sind.

Unterstützung im Alter

Ähnlich positiv wie auf die junge Generation wirken sich „tierische Mitbewohner“ auf ältere Menschen aus. Diese haben nachgewiesener Weise zunehmend mit Einsamkeit bzw. Vereinsamung zu kämpfen. Dies wiederum hat einen negativen Einfluss auf die Gesundheit, gerade wenn es um Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder gar Depressionen geht. Haustiere können dem entgegenwirken und zur Stimmungsaufhellung beitragen oder rein durch ihre Anwesenheit beruhigend wirken. In Pflegeheimen regen sie zum Austausch und Gesprächen mit anderen an, schenken Nähe, bringen Freude in den Alltagstrott und führen oft wieder zu einem Gefühl der Lebendigkeit.

Aber nicht nur Patienten profitieren von der Anwesenheit von Tieren. Es gibt zahlreiche Belege und Erfahrungsberichte darüber, dass es grundsätzlich für alle Menschen viel Positives mitbringt, wenn sie im Laufe ihres Lebens mit Tieren in Kontakt gekommen sind. So sind Tiere auch wahre „Booster“ für unsere Gesundheit. Abgesehen davon, dass uns zum Beispiel ein Hund fit hält, können Tiere unser Stresslevel senken, in dem sie etwa Puls und Herzfrequenz beruhigen. Weitere Vorteile des Zusammenlebens sind die Minderung von Ängsten und Depression wie auch Schmerzlinderung.

Vierbeinige Begleiter sind also wahre „Wunderwuzzis“ in Sachen körperlicher und seelischer Gesundheit, sei es als tierischer Freund, wertvolles Familienmitglied, Sportpartner, Seelentröster,  Therapiepartner und Kraftquelle. Deshalb ist es umso wichitger, darauf zu achten, dass es auch unseren Vierbeinern an nichts mangelt und sie ein gutes Leben mit und bei uns führen.

Autorin: Christa Scharaditsch