Gute Aussichten

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Die funkelnden Sterne und unendlichen Weiten des Weltalls faszinieren seit Menschengedenken. Aus der jahrhundertelangen Beobachtung des Nachthimmels wurden Rückschlüsse auf das irdische Geschehen gezogen. Heute wird die Astrologie in erster Linie dazu genutzt, sich selbst besser kennen zu lernen, ohne dabei Eigenverantwortung abzugeben.

Entstanden ist die „Kunst der Sterndeutung“ etwa vor 6000 Jahren in Mesopotamien. Bereits in dem sagenumwobenen Zweistromland orientierten sich die babylonischen Priester·innen an den Zeichen des Himmels. „Die Astrologie nutzt den Tierkreis als Bezugssystem. Er basiert auf der scheinbaren Bahn der Sonne am Himmel, wie wir sie von der Erde aus im Laufe eines Jahres sehen. Der Tierkreis beginnt am Frühlingspunkt mit dem Tierkreiszeichen Widder und besteht aus 12 gleich großen Abschnitten zu je 30°, den Tierkreiszeichen“, beschreibt Regina Binder. Die Astrologin ist Obfrau und Berufsgruppensprecherin der Astrolog·innen in der Wiener Wirtschaftskammer.

Erfindung der Woche

Die Grundidee für die Bezeichnung der Wochentage geht ebenfalls auf die Babylonier zurück. Sie wussten bereits, dass es Fixsterne gibt, die immer am selben Platz sind, aber auch Planeten, die sich in Beziehung zu diesen Sternen bewegen. Damals waren allerdings nur Mars, Merkur, Jupiter, Venus und Saturn bekannt. (Uranus, Neptun und Pluto wurden erst viel später entdeckt). Die mesopotamischen Gelehrten stuften auch Sonne und Mond als Wandelsterne ein – beide gehen ja aus irdischer Perspektive auf und ab. So kamen sie auf sieben „Planeten“. Die Babylonier haben wahrscheinlich auch die Sieben-Tage-Woche erfunden. Dabei orientierten sie sich an den Mondphasen, die jeweils sieben Tage dauern und in Summe einen ganzen Mondzyklus mit ungefähr 28 Tagen ergeben, also einen Monat.

Schließlich wurden die sieben „Planeten“ mit den sieben Wochentagen verbunden: Jeder Tag war einem bestimmten Himmelskörper zugeordnet. Die Römer übernahmen das Prinzip, die Tage nach Planeten zu benennen, die bei ihnen nach Göttern benannt waren, also Merkur, Venus, Mars Jupiter und Saturn. Saturn steht für Samstag, die Sonne für Sonntag, der Mond für Montag, Mars für Dienstag, Merkur für Mittwoch, Jupiter für Donnerstag und die Venus für Freitag. In den romanischen Sprachen schimmern die Planeten noch durch. Im italienischen Mercoledì steckt noch der Merkur und im französischen Vendredi noch die Venus drin. Im Deutschen ist das nur noch bei Montag und Sonntag so – an allen anderen Tagen wurden die römischen durch germanische Gottheiten wie Donar oder Freya ersetzt.

Die zwölf Tierkreiszeichen

Der in der westlichen Astrologie gebräuchliche tropische Tierkreis ist nicht an den Sternbildern, sondern an den vier Wendepunkten im Jahreskreis ausgerichtet. Das sind die Frühlingstag- und Nachtgleiche, die Sommersonnenwende, die Herbsttag- und Nachtgleiche und die Wintersonnenwende.  Die Tierkreiszeichen wiederum sind in vier Elemente aufgeteilt: Feuer, Erde, Luft und Wasser. Jedes Element enthält drei Sternzeichen. Feuerzeichen sind Widder, Löwe und Schütze. Erdzeichen sind Stier, Jungfrau und Steinbock. Luftzeichen sind Zwillinge, Waage und Wassermann. Wasserzeichen sind Krebs, Skorpion und Fische. Das persönliche Sternzeichen ist das Tierkreiszeichen, in dem die Sonne zum Zeitpunkt der Geburt steht.

Wechselvolle Geschichte

 Astrologie und Astronomie haben einen gemeinsamen Ursprung und galten lange als Teile derselben Wissensgebiete. Im 14. Jahrhundert gab es an vielen Universitäten – wie in Paris, Padua, Bologna, Florenz oder Oxford – Lehrstühle für Astrologie. Selbst als das heliozentrische Weltbild immer stärker dominierte, waren große Astronomen wie Kopernikus oder Tycho Brahe weiterhin Anhänger der Astrologie. Auch Johannes Kepler, der im Jahr 1630 starb, verdiente seinen Lebensunterhalt unter anderem mit dem Erstellen von Geburts- und Jahreshoroskopen. Zur Zeit der Aufklärung wuchs aber die Skepsis an den wissenschaftlichen Grundlagen der Sterndeutung, bis sie schließlich ihre Anerkennung als Wissenschaft verlor.

Die Qualität der Zeit

Die Astrolog·innen haben gelernt mit Kritik umzugehen. „Die Astrologie gibt einem die einzigartige Möglichkeit, sich selbst besser kennen zu lernen. Zeitqualitäten effizienter zu nützen, ohne dabei Eigenverantwortung abzugeben“, ist die Salzburger Astrologin Daniela Hruschka überzeugt. Sie versteht Astrologie „als eine Symbolsprache“, die einem dabei hilft, sich selbst besser zu verstehen. Regina Binder wiederum ist überzeugt: „auch wenn wir es nicht wahrhaben wollen, die Vorgänge und Gesetzmäßigkeiten in der Natur lassen sich nicht beliebig außer Kraft setzen. Alle Lebewesen müssen sich den zeitlichen Rhythmen anpassen, um langfristig zu überleben“. Seriöse Astrologie habe jedoch nichts mit Hellseherei zu tun. „Die Lottozahlen vom Sonntag können wir nicht vorhersagen“, meint Hruschka. Sehr wohl möglich sei es aber, ideale Zeitpunkte für z.B. Unternehmensgründungen zu finden, oder wann Veränderungen anstehen.

Aufbruch in eine neue Epoche

Beide Astrologinnen sind sich einig darin, dass wir in einer Zeit des Umbruchs leben. Bis vor kurzem befanden wir uns in einer 200-Jahre dauernden Erdepoche. Diese wurde unter anderem durch die industrielle Revolution, dem Kampf um Besitz und Ressourcen und einem materialistischen Denken geprägt. Inzwischen sind wir im Element Luft angekommen. „Der Übergang von einem in das nächste Element wird meist von Umbrüchen, Neuerungen und einer Veränderung der herrschenden Macht Strukturen begleitet“, sagt Binder mit Verweis auf die äußerst unruhige Weltlage.

Was 2026 bringt

Daniela Hruschka

Daniela Hruschka © Marla Pilz

Das nächste Jahr wird „ein seltenes und kraftvolles Himmelsereignis prägen: „Saturn und Neptun im Widder, Uranus im Zwilling und Pluto im Wassermann bilden über weite Strecken des Jahres ein harmonisches Dreieck“, beschreibt Hruschka. Das sei „ein astrologischer Glücksmoment für alle, die bereit sind, neue Wege zu gehen“. Für die Astrologin steht diese Verbindung für „Aufbruch, Vision und Umsetzungskraft: Saturn und Neptun im Widder bringen die Sehnsucht nach Sinn in eine konkrete Form. Es geht nicht mehr nur um Träume – sondern darum, sie aktiv zu leben“. Zudem liefere Uranus im Zwilling die nötigen Geistesblitze und mache uns offen für neue Denkweisen, Technologien und Formen der Verbindung. Pluto im Wassermann sorgt für tiefgreifende Wandlung im Kollektiv – und für innere Stärke, die über das Persönliche hinausreicht. „Dieses Dreieck wirkt wie ein kosmischer Neubeginn: Wer 2026 mutig denkt, darf Großes in Bewegung bringen – für sich selbst und für die Welt. Es ist das ideale Jahr, um bewusst neue Fundamente zu legen. Für ein Leben, das zu einem passt“, fasst Hruschka zusammen, was 2026 für uns bereithält.

Was der Mond bewirkt

Die Mondphasen beeinflussen das Wachstum der Pflanzen, das Verhalten der Tiere und die Holznutzung. Für alle Arbeiten in Haus, Garten und Hof gibt es ideale Tage: Wurzeltage, an denen der Mond in den Zeichen Stier, Jungfrau und Steinbock steht, eignen sich zum Arbeiten mit Pflanzen, die ihre Wurzeln als essbaren Teil ausbilden, wie Kartoffeln, Karotten und Zwiebeln. An Blatttagen, die im Skorpion, Krebs und Fische liegen, ist die Pflege von Pflanzen günstig, deren Blätter oder Stängel essbar sind, wie Salat oder Spinat. Blütentage haben den Mond in Waage, Zwillinge und Wassermann und sind günstig für Blütenpflege. An Fruchttagen geht es mit Widder, Löwe und Schütze um Früchte. Zunehmender Mond ist ideal für die Aussaat und Pflanzung von Pflanzen, deren Früchte man verwendet, wie z.B. Tomaten, Gurken oder Obstbäume. Abnehmender Mond begünstigt die Aussaat und Pflanzung von Pflanzen, deren Wurzeln oder Knollen man verwendet, wie z.B. Kartoffeln, Karotten oder Knoblauch. Obst und Gemüse können bei abnehmendem Mond besser gelagert werden, da sie dann weniger schnell keimen oder welken. Für medizinische Behandlungen und die Klauenpflege bei Tieren ist der abnehmende Mond ebenfalls empfehlenswert. Für die Ernte von Pflanzen, deren Früchte man verwendet, ist der zunehmende Mond oft besser geeignet, da die Pflanzen in dieser Phase ihre volle Kraft haben. Auch für das Entwöhnen von Lämmern oder Kälbern ist der zunehmende Mond besser geeignet. Ideal für Heuarbeiten sind die Feuertage, in denen der Mond in Schütze, Widder und Löwe steht. Die Lufttage mit Wassermann, Zwilling und Waage sind wiederum gut für das Ausbringen von Gülle und Mist.